Das Stadtmagazin für Menschen mitten im Leben

Foto: Beatrice Volkmer
01. Juni 2021

Auf und an der Havel von Potsdam bis Caputh

Urlaub vor der Tür? In und um Potsdam kein Problem. Hier gibt es genügend Möglichkeiten, den Alltag hinter sich zu lassen, auch stundenweise. Am und auf dem Wasser wollen wir eine Tour starten, die, in einzelnen Etappen und mit ihren einladenden Höhepunkten, über den Sommer auf dem Programm stehen könnte. Los geht es in der Schiffbauergasse.

Rundreise über den Tiefen See

Die „Marina am Tiefen See“ an der Schiffbauergasse (Höhe Humboldtbrücke) und ihr Restaurant „Marina“ vermitteln mit Strandsand, Palmen und schicken Booten sogleich ein echtes Urlaubsgefühl. Von hier startet die „Funny-Flotte“ der Marina Bootsvermietung, leicht – und ohne Führerschein – zu fahrende Motorboote für bis zu zehn Personen. Inhaberin Andrea Burchardi empfiehlt die Sieben-Seen-Tour: Über den Tiefen See geht es durch die Glie­nicker Brücke zum Jungfernsee, vorbei an der Sacrower Heilandskirche und entlang der Pfaueninsel bis zum Großen Wannsee. Auf dem Weg bieten sich lauschige Anker- und Badebuchten für eine gemütliche Picknickpause an. Weiter geht es durch den Kleinen Wannsee, Pohle- und Stölpchensee mit beeindruckenden Villen und hübschen Anwesen am Ufer. Zurück führt die zweieinhalbstündige Tour über den Griebnitzsee und die Glienicker Lake mit dem romantischen Babelsberger Schloss zur Marina am Tiefen See. Eine beeindruckende kleine Rundreise!

An Bord gehen oder an Land genießen

Wer die Gastlichkeit an Bord eines historischen Dampfers oder hochmodernen Hybrid-Schiffs genießen möchte, kann im vielseitigen Angebot der WEISSEN FLOTTE mit Start an der Langen Brücke fündig werden. Von der Schlösserrundfahrt über diverse Ausflugs- und Tagesfahrten bis zur Ganztagesfahrt zum Schiffshebewerk Niederfinow reicht das Angebot. Auch an Land heißt die WEISSEN FLOTTE herzlich willkommen, im Restaurant El Puerto, direkt am Hafen, schon allein wegen der köstlichen Eissorten bei den Eismatrosen lohnenswert: Sanddorneis, Roseneis, … – einfach lecker.

Potsdams schönster Radweg

Für alle, die bei einer Rad- oder Wandertour das Wasser gern im Blick haben, führt die Route nun, vorbei am Landtagsschloss und am Marstall, in Richtung Dampfmaschinenhaus/Moschee an der Havelbucht. Denn hier startet der gut ausgebaute Weg Richtung Geltow, der viele charmante Ausblicke parat hat und die eine oder andere sportliche oder kulinarische Einlage bereithält.

Da wäre zunächst der Erwachsenen-Spielplatz in der Nähe der Seniorenresidenz „Havelpalais“. Spezielle Fitnessgeräte laden ein, den Kreislauf in Schwung zu bringen und die Muskeln zu lockern. In den Liegestühlen der Strandbar des „Hotels am Havelufer“, ein Stückchen weiter am Ufer, sitzt es sich danach besonders gut, ganz nach dem Motto „Das Leben ist schön, am Strand ist es besser.“ In den Sommermonaten ist vom frühen Nachmittag bis in die Abendstunden geöffnet.

Bei „Aufs Wasser“ an der Kastanienallee finden Kinder, Familien, Einsteiger oder begeisterte Fortgeschrittene ihren Kurs – egal ob unter Segeln oder mit Motor. Und das passende Boot kann ausgeliehen werden.

Vorbei geht es nun am Luftschiffhafen, einstmals Standort der weltgrößten Luftschiffhalle, die zwei Zeppeline von je über 150 Metern Länge beherbergen konnte, und am Musikpavillon, der, 1932 errichtet, zusammen mit dem heute funktionslosen Regattahaus ein ganz besonderes Ausflugslokal war. Gelegentlich wird der Pavillon mit Tangoschritten oder kleinen Konzerten belebt.

Delikates und Wassersport am Campingplatz

Der Weg folgt einer herrlichen Strecke, die nach kurzer Zeit durch den Campingpark Sanssouci am Ufer des Templiner Sees führt. Fahrradfahren ist Besucher*innen dort ausdrücklich gestattet! Am Haupteingang des Campingparks lädt das Restaurant „Anna Amalia“ zu delikater regionaler Küche ein, gleich nebenan gibt es einen schönen Spielplatz.

Ebenfalls auf dem Campingplatz, bei Martin Klintz von „Wassersport in Potsdam“, können Kanus, Segeljollen, Motorboote, Katamarane, Drachenboote, SUP-Boards und Flöße ausgeliehen werden. Die Surfschule „Windsurfing Potsdam“ bietet Einsteigerkurse für Erwachsene und Kinder an. Martin Klintz hat für Kanufahrer viele Touren parat. Anfänger*innen empfiehlt er die zweistündige „Mini-Tour“, die vom Campingpark Sanssouci am schilfbewachsenen Ostufer des Templiner Sees Richtung Südwesten führt. Über den Petzinsee mit zwei Badestellen und den urwald­ähnlichen Wentorfgraben erreicht man den Schwielowsee. Hinter dem Strandbad Caputh hält man sich links, Richtung „Caputher Gemünde“. Von da führt der Weg an Caputh und der Seilfähre vorbei. „Dort kann man gut anlanden und im Fährhaus oder in der Eisdiele einkehren“, so Klintz. Über das Gemünde geht es unterhalb des Einsteinhauses wieder zum Templiner See und zum Ausgangspunkt der Tour. Schwimmwesten und Wasserwanderkarten werden mit den Kanus ausgeliehen, auf Wunsch kommt ein erfahrener Kanuführer mit.

Mit der Fähre zum nächsten Eis-Genuss

Weiter verläuft unser Weg – zu Fuß oder per Rad – nach Geltow und dann in Richtung Caputh, wo die berühmte Seilfähre, die die Überfahrt über das Gemünde ermöglicht, gar nicht zu verfehlen ist. Die Überfahrt ist kurz, und gleich, wenn man von Bord gegangen ist, kann man in eines der am Wasser gelegenen Restaurants einkehren oder sich an der Eisdiele am Anleger noch eine Erfrischung gönnen. Ein Tipp für experimentierfreudige Eisesser ist die Sorte Schoko-Chili-Kirsch. Es ist dringend empfohlen, diese Sorte mit einer „normalen“ Eissorte so zu kombinieren, dass zuerst das Chili-Eis gegessen wird. Ansonsten muss eventuell zum „Ablöschen“ eine weitere Kugel gekauft werden …

Caputh – charmantes Sommeridyll

Sehr schön ist auch die Promenade am Caputher Gemünde, der Verbindung zwischen dem Templiner See und dem Schwielowsee. Hier gibt es Liegestühle, Pizza, Eis, Enten und Schwäne. Die Fährverbindung existiert übrigens schon seit 160 Jahren. Inzwischen ist die „Tussy II“ im Sommer bis 22 Uhr im Dauereinsatz. Ihre Vorgängerin, die „Tussy I“, ist am Ufer auf einem Gartengrundstück zu besichtigen.

Im Ort kann man das Sommerhaus von Albert Einstein ansehen (nur mit Führung) oder das Schloss Caputh bestaunen. Es ist das einzige erhaltene Schloss aus der Zeit des „Großen Kurfürsten“ und wurde 1662 errichtet.

Die Gemeinde Schwielowsee und die Stadt Werder haben ein anregendes Reisemagazin herausgegeben, das Natur, Kultur und Kulinarik der Region zum Inhalt hat – immer wieder in enger Verbindung zum Wasser.

Text: Ariane Linde

Von Abenteuerfloß bis Zeppelin

www.marina-am-tiefen-see.de
Abenteuerflöße, Kajaks und Kanadier, Restaurant

www.aufs-wasser.com
Bootsverleih, Motorboot- und Segelschule

www.wassersport-in-potsdam.de
Boots- und Floßverleih, Surf- und Segelschule

bootsvermietung-moisl.de
Kajaks, Kanadier, Ruder- und Tretboote auf der Freundschaftsinsel
Motorboote, SUPs und Wasserski am Templiner See

www.schifffahrt-in-potsdam.de – WEISSE FLOTTE
Ausflugsfahrten, Wassertaxi, Restaurant, Brunch Oktober bis April

www.schwielowsee-tourismus.de
Infos, Veranstaltungskalender, touristische Angebote in der Region

www.potsdamer-brandenburger-havelseen.de
Wassertourismusinitiative für die Potsdamer und Brandenburger Havelseen

www.blockhaus-nikolskoe.de
Restaurant mit Blick auf Havel, Sacrow und Pfaueninsel, Sonntagsbrunch

www.kongresshotel-potsdam.de
Restaurants und Freiluftbar „Zeppelin“, diverse Brunch-Angebote

www.spsg.de
Infos zur Geschichte und zu Veranstaltungen im Dampfmaschinenhaus und im Schloss und Schlosspark Caputh

www.blp-potsdam.de – Bäderlandschaft Potsdam
Waldbad Templin mit FKK-Bereich, Großwasserrutsche, Wakeboard-Anlage, Tretbootverleih
Stadtbad Park Babelsberg mit Wasserrutsche, Beachvolleyball-Feld, Rasenschach

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