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10. Dezember 2025

Lebensqualität statt Leidensdruck

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Inkontinenz gilt immer noch als Tabu-Thema. Inkontinenz und Erkrankungen des Beckenbodens sind in der Bevölkerung allerdings weit verbreitet. Angaben der Deutschen Kontinenz Gesellschaft zufolge leiden hierzulande rund 10 Millionen Menschen im Laufe ihres Lebens an Inkontinenz. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer.
Dr. med. Nora-Christina Krau, spezialisiert auf Urogynäkologie, erklärt verschiedene Formen der Inkontinenz und ihre Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist Inkontinenz?

Nora-Christina Krau: Bei einer Harninkontinenz – oft auch als Blasenschwäche bezeichnet – kommt es zu einem unkontrollierten Ausscheiden von Urin. Inkontinenz kann bei Frauen unter anderem nach mehreren vaginalen Entbindungen, bei nachlassender Muskelkraft im Beckenboden, bei erblich bedingten Beckenbodenschäden, bei chronischem Husten, Adipositas, nach operativen Eingriffen oder nach Bestrahlungstherapien im Bereich der Vagina oder Harnblase auftreten. Wir unterscheiden grob zwei Formen der Inkontinenz: die Belastungs- und die Dranginkontinenz.
Bei der Belastungsinkontinenz, auch Stressinkontinenz genannt, geht unfreiwillig Urin verloren, wenn der Druck im Bauchraum erhöht wird, beispielsweise durch Husten, Niesen oder körperliche Anstrengung. Diese Form der Inkontinenz ist bei Frauen häufiger und kann durch eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur oder des Bindegewebes verursacht werden.
Bei der Dranginkontinenz entsteht schon bei geringen Urinmengen in der Harnblase das Bedürfnis, Wasser zu lassen. Der Harndrang setzt sehr plötzlich ein und ist meist sehr stark. Oft schaffen es Betroffene dann nicht mehr rechtzeitig zur Toilette. Je nachdem, welche Ursache der Inkontinenz zugrunde liegt, gehen wir mit unseren Patientinnen verschiedene Behandlungswege.

Wann sollte man bei Inkontinenz zum Arzt gehen?

Nora-Christina Krau: Am besten zeitnah, aber Frauen reden leider sehr lange nicht über das Thema Inkontinenz, weil es immer noch als Tabu gilt, oder sie denken, dass dieser Zustand normal sei. Die Akzeptanz, sein Leben nach der Toilette auszurichten oder Inkontinenzvorlagen zu tragen, ist sehr hoch. Und viele Frauen kommen leider erst in unsere Sprechstunde, wenn sie schon so eingeschränkt sind, dass sie teilweise gar nicht mehr aus dem Haus gehen.
Auch junge Frauen nehmen es oft einfach hin, dass sie beim Sport Urin verlieren, nach dem Motto: „Das ist ja noch nicht so schlimm. Darf ich mich da überhaupt schon drum kümmern?“ Natürlich darf und sollte sie das. Inkontinenz ist nichts, was einem peinlich sein sollte. Für uns ist der ausschlaggebende Punkt der Leidensdruck. Wenn man schon unter einem kleinen Niesen einen Leidensdruck hat, dann ist das ein guter Grund, zu uns zu kommen. Wir haben ganz viele niederschwellige Möglichkeiten, effektiv zu helfen. Wir geben den Frauen in unserer Sprechstunde den Raum und die Zeit, offen darüber zu reden, was vorliegt.

An wen wende ich mich, wenn ich glaube, inkontinent zu sein?

Nora-Christina Krau: Erste Anlaufstelle ist bei Frauen oft die Frauenarztpraxis, eine urologische Praxis oder auch der Hausarzt. Der Frauenarzt macht in der Regel eine erste Untersuchung und kann bereits einschätzen, welche Ursache die Inkontinenz hat, zum Beispiel eine Senkung der Gebärmutter oder eine Bindegewebsschwäche durch die fehlenden Hormone nach den Wechseljahren. Bei der Dranginkontinenz sind die Ursachen vielfältiger, vielleicht ein Bandscheibenvorfall oder bei jungen Frauen eine Multiple Sklerose. Unsere Sprechstunde ist offen für alle Betroffenen. Lassen Sie sich von Ihrem Haus- oder Facharzt eine Überweisung ausstellen und wir gehen der Ursache der Inkontinenz gemeinsam auf den Grund.

Wie kann Inkontinenz behandelt werden?

Nora-Christina Krau: Abhängig von der Art der Inkontinenz, gibt es eine ganze Reihe an konservativen Behandlungsmethoden. Dazu gehört das Beckenbodentraining, das wir eigentlich immer empfehlen können. Es kann unter Anleitung durch Physiotherapeuten erfolgen oder zu Hause mit entsprechenden Beckenbodentrainern, die auch zum Teil von den Krankenkassen bezahlt werden. Der erste Schritt ist, die Muskulatur entsprechend zu stärken. Da gibt es oft schon gute Resultate. In Frage kommen auch eine Elektrostimulation oder die Verwendung von Bulkamid – ein Fremdmaterial, das man in die Harnröhre einspritzt, wodurch diese etwas verengt wird. Oder der Vaginallaser, der dafür sorgt, dass sich das Bindegewebe unter der Harnröhre wieder stärker aufbaut.
Bei Dranginkontinenz arbeiten wir hauptsächlich mit Medikamenten. Gemeinsam mit der Patientin versuchen wir, das richtige Präparat für sie zu finden, mit möglichst geringen Nebenwirkungen. Eine weitere Option ist Botox. Es entspannt den Blasenmuskel, wodurch sich die Häufigkeit von unkontrolliertem Urinverlust und der Harndrang verringern können. Die Wirkung hält in der Regel mehrere Monate an, danach kann die Behandlung wiederholt werden.

Wird Inkontinenz schlimmer, wenn sie unbehandelt bleibt?

Nora-Christina Krau: Ja, Inkontinenz wird schlimmer, wenn man sie nicht behandelt, mit einer Ausnahme: direkt nach einer Geburt. Nach einer Entbindung braucht das Gewebe Zeit, bis es zu seiner Festigkeit zurückfindet. In den ersten drei Monaten sollte man eine Inkontinenz nicht überbewerten. Wenn diese länger anhält und ein Leidensdruck besteht, lohnt es sich, zu uns in die Sprechstunde zu kommen.

Ist Inkontinenz heilbar?

Nora-Christina Krau: Das hängt in erster Linie davon ab, welche Ursache die Inkontinenz hat. Bei der Belas-tungsinkontinenz haben wir sehr gut Möglichkeiten, bis hin zur Operation. Bei der TVT (Tension-free Vaginal Tape) gibt es eine 96-prozentige Heilungsquote. Bei der Dranginkontinenz ist eine Heilung schwieriger, weil die Ursache woanders liegt. Als Urogynäkologen behandeln wir das Symptom, nicht die Ursache. Aber wir können auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung des Leidensdrucks erreichen.

Was kann jede einzelne für sich tun?

Nora-Christina Krau: Wir empfehlen allen Frauen, den Beckenboden regelmäßig zu trainieren und nach jeder Geburt Rückbildungsgymnastik zu machen. Man setzt sich beim Training ganz bewusst mit seinem eigenen Körper auseinander. Wir versuchen, zu unseren Patientinnen ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen, weil es bei Inkontinenz nicht die eine Lösung gibt. Aber wir finden für fast jede Patientin eine Lösung, mit der sie ohne Leidensdruck durchs Leben gehen kann.

Klinikum Ernst von Bergmann
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Urogynäkologische Sprechstunde
Anmeldung: 0331.241-356 18

Online-Terminvereinbarung: www.evb-gesundheit.de/klinikumevb/gynaekologie-und-geburtshilfe/urogynaekologie

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